Pressemitteilung vom 29.11.2011

Bündnis90 / Grüne im Landkreis Leer verurteilen erneute Jagdverstöße im Nebel

Auch nach dem mehr als umstrittenen Urteil gegen den Gänseexperten Eilert Voß aus Petkum reißen die Jagdverstöße bei der Jagd auf Gänse im Schutzgebiet an der Ems nicht ab.
Engagierte Naturschützer und Mitglieder des NABU haben in den vergangenen Tagen im Rahmen der Gänsewacht die Jäger bei der Jagdausübung beobachtet und Verstöße gegen geltendes Recht festgestellt.


Besonders tragisch sind in diesem Zusammenhang die sogenannten „ Kollateralschäden“.  Den Naturschützern liegt eindeutiges Beweismaterial vor, von angeschossenen und getöteten Arten, die unter absolutem Schutz stehen und nicht geschossen werden dürfen.
Weiterhin darf bezweifelt werden, dass die Jäger in der Lage sind, bei Nebel ohne Sicht die Arten zu unterscheiden. Eine Jagdausübung unter diesen Umständen dürfte wohl kaum den Gesetzen entsprechen.
Es ist richtig und dient der Sicherheit, wenn aufgrund schlechtester Sichtverhältnisse Bosselspieler von der Strasse geholt werden, aber vollkommen unverständlich, dass Jäger bei Sichtweiten von 30 Metern unter Verwendung von Schrotmunition ungehindert schießen dürfen“, sagt Hajo Rutenberg, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Kreistag Leer.


Als sehr bedenklich sind laut Rutenberg auch die Kommentare der Jagdanhänger einzustufen, welche sich auf der Internetseite des Wattenrates wieder finden. Diese sind eindeutig ein Fall für den Verfassungsschutz, der gut daran täte, sich mit dem Gedankengut dieser Verfasser auseinander zu setzen.


Schusswaffen in den Händen von Menschen, die offensichtlich zur Gewaltbereitschaft neigen und unverholen zur Gewalt aufrufen, bergen eine latente Gefahr.

Die Grünen unterstützen die erneute Forderung des NABU zur Abschaffung der Gänsejagd in Niedersachsen, gerade auch vor dem aktuellen Hintergrund.

Hajo Rutenberg
B90 / Grüne
Stellv. Fraktionsvorsitzender & umweltpolitischer Sprecher