Verschwundene Schwäne

Ein Unterstützungsersuchen der Schwaneninitiative Bad-Münster/Bad-Kreuznach

Liebe Freunde der Wasservögel,

unsere Initiative beobachtet und betreut im Raum Bad-Münster / Bad-Kreuznach seit März diesen Jahres die örtlichen Wasservögel, vorwiegend die Schwäne.

Deren Nester werden seit drei Jahren in jedem Frühjahr mehrfach hintereinander ausgehoben. Die Tiere sind dann sehr traumatisiert und fliegen rufend und suchend über die Nahe.

Seit letztem Jahr sind in unserem Beobachtungsgebiet achtzehn Revierschwäne, die sich über einen Radius von mehreren Kilometern seit Jahren etabliert hatten, verschwunden.

Übrig blieb ein Paar in Bad-Münster, dessen drittes Nest und Gelege in diesem Frühjahr von uns eingezäunt und permanent bewacht wurde. Wir haben zwei Zelte aufgestellt oder im Auto gewacht. Wir haben Kameras installiert; die Life-Kamera hat eine schöne Dokumentation der Brut- und Schlüpfphase ergeben. Von sechs Eiern schlüpften auch sechs Schwäne. Sie waren hier in allen Medien, auch Radio und Fernsehen - diese sind auch weiterhin interessiert an Aufklärungsberichten.

Die örtliche Bevölkerung ist unglaublich engagiert. Es wurden zusätzlich Vorkehrungen getroffen für ein schwanensicheres Umfeld: Fährseile und Kanuseile markiert.  Die Gemeinde, die Kripo - es wurde immer wieder inseriert und darauf aufmerksam gemacht, dass die Entnahme von Wasservögeln und / oder deren Gelegen aus der Natur einen Straftatbestand darstellt und die Öffentlichkeit ein Auge darauf hat. Wir bekamen Sondergenehmigungen, um Infozettel entlang der gesamten Nahe aufhängen zu dürfen. Und wir sprachen unermüdlich die Nahespaziergänger an, die wiederum weitere Aufklärungen vornahmen und ein wachsames Auge auf die Schwanenfamilie hatte. Es ist eine einzigartige, permanent wachsende Bewegung zum Schutz der örtlichen Schwäne entstanden.

Wir haben die Tiere weiterhin begleitet und einmalige Erfahrungen ihres Sozialverhaltens und ihrer Sprache sammeln können. Vor allem war es uns wichtig, dass wir wussten, wo sie übernachteten, da sie auch immer dort morgens aufzufinden waren und damit optimal kontrolliert werden konnten.

Uns fielen auffällige Personen auf, die innerhalb unseres Beobachtungsgebietes offensichtlich die Schwäne verfolgten, während sie augenscheinlich mittels ihrer Handys Bericht erstatteten und auch Fotos machten. Aus der immer wieder gleichen Art und Weise wie diese gemacht wurden, vermuteten alle, unabhängig voneinander, dass es sich um Dokumentationen handeln könnte. Wir fanden selbstgebastelte, an den Uferzonen versteckte Riesengabeln, Spieße etc.  Auch gab es Meldungen über Beobachtungen vom Einfangen der Schwäne mittels Schlingen und auch präpariertem Brot, bei Enten und Nilgänsen wurden ähnliche Vorfälle registriert. Abgesehen von gravierenden nächtlichen Dezimierungen der Enten, war bei allen verbliebenen Tieren deren scheues Verhalten gegenüber Menschen auffällig, welches vorher nicht feststellbar war.

Die die Schwanenfamilie und auch andere Wasservögel wurden von vielen Personen auch außerhalb unserer Initiative beobachtet. Dies nicht zuletzt, um unsinnigen Fütterungen der Tiere durch Passanten mit vergammeltem Brot zu verhindern. Zumal die Nahe um diese Jahreszeit den Wasservögeln ausreichend Nahrung bietet. Durch unsere Aktivitäten wurde den Schwänen ermöglicht, sich wieder auf sich selbst, gesunde Nahrung und sicheres Versteck in der Nacht zu konzentrieren.

Es gab sehr viele brenzlige Situationen, aus welchen wir die Schwäne immer wieder befreiten, so dass die übliche Mortalitätsrate nicht erfüllt wurde. Es sind teilweise sehr ergreifende Geschichten, die so sicherlich einmalig sind.

Sie lernten nun gerade mit fünf Monaten fliegen, waren aber noch nicht sehr geübt. Eines Nachts, wurde die sehr erfahrene und betagte Schwanenmutter getötet. Der Vater war seiner Doppelrolle wohl nicht ganz gewachsen und versteckte seinen Nachwuchs nachts nicht mehr.

Wir leuchteten nun in den dunklen Stunden wieder öfter die Uferzonen (nicht die Schwäne) ab, um zu demonstrieren, wir passen auf.  Es geschah trotzdem: in der Nacht vom 27.auf den 28. 10.14  verschwanden unsere fünf Jungschwäne spurlos. Wir fanden morgens in der Dämmerung nur noch den leicht verletzen Vater vor, in dem Bereich, in welchem wir in der Nacht vorher um 23:00 Uhr noch alle beisammen antrafen.

Keine Spuren, keine Federn............... und...... Schwäne fliegen nachts nicht.

Es ist eindeutig: wir haben unsere Jungschwäne an skrupellose Menschen verloren, Die häufigste Information geht in Richtung Fleischverwertung. Doch es trieben auch immer mal wieder tote Schwäne über den Fluß.

Wir haben von ähnlichen Fällen gehört. Teilweise wurden wohl ganze Kolonien vernichtet.

Wir suchen Menschen, die vergleichbare Erfahrungen gemacht haben. Wir sind der Ansicht, dass wir nur im regionsübergreifenden Austausch die Möglichkeit haben können, zielgerichtet vorzugehen.

Bitte melden Sie sich bei uns!

Vielen Dank.

Schwaneninitiative Bad-Münster/Bad-Kreuznach

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